Vom goldenen Dreieck in die alte Königsstadt Luang Prabang, Teil 6

Von Sibylle von Kapff

Heute steht auf unserer Flusskreuzfahrt der Besuch eines Elefantencamps auf dem Programm. Ein  kleineres Boot setzt uns am Ufer ab, von hier aus laufen wir noch etwa zweihundert Meter. Wir haben schweres Gepäck dabei: Kiloweise Bananen und Ananas für unsere dickhäutigen Freunde.

In Laos leben noch etwa 2000 Elefanten, davon etwa die Hälfte wild. Hier im Camp gibt es acht Elefanten, zwei Bullen und sechs Weibchen. Sie müssen nicht arbeiten, sondern tragen Touristen durch den Urwald. Außerdem sind sie sehr wertvoll: Umgerechnet 2000 US-Dollar müssen für so ein Tier hingeblättert werden. Das ist gut nachvollziehbar, denn die Haltung ist vor allem aufgrund der Fressgewohnheiten der Tiere teuer: 200 kg Futter braucht ein ausgewachsener Dickhäuter täglich, denn sein Verdauungssystem verwertet nur 16 Prozent der Nahrung – der Rest wird ungenutzt wieder ausgeschieden. Interessant, dass die Tiere deshalb auch keine langen Gehstrecken am Stück bewältigen können, es würde ihnen dann schlichtweg die Zeit zum Fressen fehlen.

Kein Wunder also, dass die mitgebrachten Früchte außerordentlich willkommen sind. Unruhig schielen die Elefanten zum Inhalt unserer Körbe , wir lassen sie nicht lange warten und haben einen Heidenspaß dabei, sie zu füttern. Geschickt greifen sie mit ihren Rüsseln nach den Bananen, zehn Stück auf einmal sind kein Problem. Besonders  beim Fressen der Ananas haben sie eine geschickte Technik: Den Strunk drehen sie einfach mit dem Rüssel ab und lassen ihn fallen. Es ist faszinierend, diese mächtigen Tiere so hautnah zu erleben und anfassen zu können. Besonders die gutmütig dreinblickenden, braunen Augen haben es mir angetan. Zum Verlieben.

 

Nach einem Besuch der bekannten Pak Ou Höhlen mit ihren unzähligen Buddha Statuen unternehmen wir einen etwa dreiviertelstündigen Spaziergang in das Dorf „Ban MeungKeo“. Es ist spannend, diese längere Wegstrecke zu Fuß zurückzulegen und die verschiedenen Pflanzen des Dschungels aus der Nähe zu betrachten. Das Dorf selbst ist für die Produktion eines außerordentlich guten Reisschnapses bekannt, mehrere kleine Brennereien gibt es hier. Von der Qualität des Produktes können wir uns auch gleich überzeugen und so kehren wir entsprechend beschwingt auf die Mekong Pearl zurück.

Nachmittags erreichen wir mit dem Schiff bereits Luang Prabang. Eineinhalb Tage sind wir noch in der einstigen Hauptstadt und ehemaligen Königsstadt von Laos. Andere Touren von Lernidee-Erlebnisreisen führen bis zur heutigen Hauptstadt Vientiane. Morgen geht es weiter – unter anderem mit einem äußerst speziellen Kochkurs.

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