Madagaskar Mountainbike, Tag 12 Wandern im Isalo-Nationalpark

Wandern im Isalo Nationalpark

Naja,  so richtig viel erwarte ich eigentlich nicht. Ein bisschen Wandern in Kalksteinfelsen, so spektakulär kann das nicht sein. Wie man sich doch irren kann.

Zunächst ist der Weg noch relativ langweilig. Ein bisschen Buschland, ein kleines Wäldchen mit flachen Bäumen, und das war es. Dann aber steigen wir nach oben. Über Erdwege und in den Felsen geschlagene Stufen. An einer flachen Stelle bleibt unser Guide stehen. „Hier ist ein für die Einwohner heiliger Platz, weil hier die Toten bestattet werden“, sagt er. Er zeigt auf einige Nischen im Fels, in denen Steine aufgeschichtet sind. Dahinter befinden sich die vorläufigen Gräber der Toten. Nach etwa drei Jahren, wenn die Familie genügend Geld beisammen hat, um ein großes Abschiedsfest zu feiern, werden die Reste der Körper wieder entnommen. Die Knochen werden gereinigt und mit einem speziellen Öl eingerieben. Danach kommen sie in eine Kiste und werden etwas höher im Berg an ihre endgültige Stelle gebracht. Auch diese endgültigen Gräber sind hier überall zu sehen. Es sind wiederum Felsnischen, die mit zur Mauer aufgeschichteten Steinen verschlossen sind.

Die spektakuläre Landschaft hier oben erinnert an den mittleren Westen der USA. Es ist fast wie in Blick in den Grand Canyon, nur im Kleinformat. Von einer Kante auf der anderen Seite der Ebene reicht der Blick kilometerweit in die Ferne. Steil geht es hier gut 200 Meter nach unten und das Panorama ist überwältigend.

Doch es soll noch besser kommen an diesem Tag. Der weitere Weg führt durch eine sattgrüne Schlucht zu einem Rastplatz, an dem die Guides ein kleines Mittagessen mit Wurst, Käse, frischem Baguette, Waffeln, Keksen und Schokolade vorbereitet haben. Danach erst steht der Höhepunkt des Tages an: Eine Wanderung in einer Schlucht, durch die ein Bach wie durch einen natürlichen tropischen Garten fließt. Am Ende der gut halbstündigen Wanderung entlang des Bachlaufes in einer Umgebung, die aus einem Kitschfilm wie der „Blauen Lagune“ stammen könnte und in ihrer Schönheit fast schon unecht wirkt, lockt dann tatsächlich eine türkisgrüne Lagune zu einem Bad. Um die Unwirklichkeit in diesem doch eigentlich so trockenen Gebiet noch irrealer wirken zu lassen, sind es gleich zwei Lagunen, knapp 50 Meter voneinander entfernt. Und für den, der sich nun noch eine Steigerung wünscht, ergießen sich noch zwei prächtige Wasserfälle in die beiden Pools. Es ist schlichtweg überwältigend.

Der Rückweg von der Lagune dieser insgesamt gut 13 Kilometer langen Wanderung ist kurz. Eine knappe halbe Stunde, und wir sind wieder zurück am Bus. Die anderen Mitreisenden erstehen noch ein paar Tierchen, die aus dem Lehm der Reisfelder geformt sind und danach angemalt wurden. So ganz trocken sind allerdings weder die Lehm-Zebus noch die Farben, so dass unserer Mitreisenden Chris gleich mal die Hände schwarzbraun gefärbt werden.

Es war eine mit Anfahrt gut siebenstündige Wanderung, die sich in jeder Minute gelohnt hat. Selbst wer schon viel gesehen hat, würde am Ende von dieser Berg-, Fluss- und Bachwanderung fasziniert sein.

Mehr Bilder zu dieser Tour und über den Reisebuchautor Gerhard von Kapff erfahren Sie unter www.abenteuer-zum-nachmachen.com. Seine bekanntesten Bücher sind: „Mit zwei Elefanten über die Alpen. Eine Familie wandert von München nach Venedig.“ und „Wüstenblues. Mit dem Mountainbike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt.“ Das zweite Buch basiert auf einer Tour von Hauser-Exkursionen. Die Bücher von Gerhard von Kapff sind handsigniert und versandkostenfrei im Shop auf dieser Seite, bei Amazon oder im Buchhandel erhältlich.

Alle Bücher:

 „Mit zwei Elefanten über die Alpen. Eine Familie wandert von München nach Venedig.“

 „Wüstenblues. Mit dem Mountainbike von den Victoria-Wasserfällen bis Kapstadt.“

„Abenteuer für Vater und Sohn. Unvergessliche Erlebnistouren.“

„111 Orte in Teneriffa, die man gesehen haben muss.“

„111 Orte im Altmühltal und in Ingolstadt, die man gesehen haben muss.“

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