Mit dem Fatbike durch die Namib-Wüste Teil 5

3. Tag: Die Landschaft ändert sich bei unserer Tour mit dem Fatbike durch die Namib-Wüste. Die Dünengürtel in Namibia, die sich mit flachem, fast steinigem Gelände abwechseln, werden höher. Fast mühelos auf die Sanddünen zu fahren, ist faszinierend, das Bike auf der anderen Seite rumpelnd über alles, was dort an Erhebungen ist, nach unten zu donnern, ziemlich spannend. Ganz erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht so ein Fatbike, wenn es bergab geht. Klar, bei einem Gewicht von gut 15 Kilo.

Essen und trinken ist heute enorm wichtig. Denn es wird mit der Höhe der Dünen immer anstrengender, sie hinaufzufahren. Wenn es geradeaus nicht mehr geht, versuchen wir es im schrägen Zick-Zack-Kurs. Was oft genug am Schwung scheitert oder daran, dass das Rad in der Schräge stehenbleibt und einfach in Richtung Düne umkippt. Dann gilt es zu schieben, denn das Bike im Aufstieg zu einer Düne wieder in Bewegung zu setzen, ist unmöglich. Ärgerlich nur: Schieben ist noch anstrengender als nach oben zu fahren. Ich fluche nur noch,

Yvonne hat schon wieder ihren hochroten Kopf, Ralf kämpft verbissen und die beiden Südafrikaner, schieben schweigend, aber angestrengt. Angenehme Kerle, die auch mal einen Schluck aus ihrer Wasserflasche abgeben.

Das Mittagessen ist ein kurzer Snack mit Brot, Wurst, Käse und Tomaten, Dann geht es weiter. Die Landschaft ist unfassbar schön, vor allem, wenn wir auf einer Düne stehen. Immer mehr wird die Wüste zu einer rötlichen Dünenlanschaft. Dieser rote Sand Namibias ist einfach ein Genuss für die Augen. Noch immer sind die weiten Ebenen mit den Gebirgsformationen am Horizont zu sehen, aber auch die Sandberge, die immer höher werden.

Auf einer flachen, ebenen Stelle zwischen den Dünen stellen wir unser Camp auf. Die beiden Versorgungsfahrzeuge hatten stundenlang Mühe, uns einzuholen. Die Landschaft ist extrem schwierig mit einem Auto zu befahren. Mit dem Rad sind wir  zumindest zeitweise deutlich schneller. Andererseits haben die drei Jungs das letzte Camp wieder abgebaut und konnten somit erst etwas später aufbrechen.

Jetzt spannen sie wieder den Windschutz, eine einfache, knapp zwei Meter hohe Kunstoffbahn zwischen den Auto auf. Und dahinter, wie ein Wunder mitten in der Wüste, sogar eine Dusche. Einfacher geht’s nicht, perfekter aber auch nicht. Eine Mini-Tauchpumpe in Faustgröße, wie man sie aus dem Wohnwagen kennt, wird, unterbrochen durch einen Schalter an die Autobatterie angeschlossen, ein kleines, mannhohes Zelt und ein Wassereimer, dessen Inhalt auf dem Feuer erwärmt wird. Fertig ist der kleine Duschtraum in der Namib.

Das einzige Problem heute. Wir waren beim Biken so erschöpft, dass wir das Camp zehn Kilometer zu früh aufgeschlagen haben. So bleibt einerseits mehr Zeit zum Regenerieren, andererseits müssen wir die Strecke morgen aufholen.

Also bald ins Bett, weil es schon früh wieder rausgeht: Um 5.30 Uhr ist Wecken, um 6 Uhr Abfahrt. Als ich ins Zelt steige, weiß ich, dass ich gut schlafen werde, so fertig wie ich bin. Was letztlich dann doch nicht ganz zutrifft. Ein stetiger Wind schüttelt das Zelt die ganze Nacht. Erst frühmorgens legt er sich – zu spät für mich, der ich lange wach gelegen bin.

Weitere Touren von Gerhard von Kapff finden Sie auf dieser Seite, aber auch auf www.abenteuer-zum-nachmachen.com. Zusätzliche Infos sind auf der Seite www.abendsonneafrika.de zu finden.

 

 

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